"Brennpunkt Ecke Dorfstrasse/Bahnhofstrasse"

Veröffentlicht am 18.12.2008 in Kommunale Werkstätten

Schon seit Jahren gibt es an verschiedenen Ecken Wannweils immer mal wieder Ärger wegen Lärmbelästigung durch Jugendliche. So auch an der Ecke Dorfstrasse/Bahnhofstrasse, dem sogenannten "Asyleck".
Die SPD-Gemeinderatsfraktion hat versucht betroffene Anwohner, wie auch beteiligte Jugendliche zu einem konstruktiven, klärenden Gespräch an einen Tisch zu bekommen.

Seit langem schon klagen Anwohner der Dorf-und der Bahnhofstraße über unzumutbare Lärmbelästigung vor allem in den Sommermonaten durch Jugendliche an der Kreuzung der beiden Straßen. Es wurden Briefe an den Gemeinderat und an die Verwaltung geschrieben, die Polizei geholt – ohne Erfolg.

Der SPD-Ortsverein Wannweil wollte anders an die Sache herangehen und lud zu einem Gespräch ein, das den Titel trug: Kommunaler Workshop – Brennpunkt Bahnhofstraße/Ecke Dorfstraße. Eingeladen waren Anwohner und Jugendliche, die von Mitarbeitern des Jugendhauses begleitet wurden, dazu der ehemalige Trainer des türkischen Fußballvereins. In einer ersten Runde legten beide Seiten ihre Sichtweisen dar, wobei von Seiten der Jugendlichen bemerkt wurde, dass der Einsatz der Polizei wirkungslos sei, sie aber keine Möglichkeiten sähen, auf die Krachmacher, die zum Teil mit dem Auto kämen, Musik laut laufen lassen usw., einzuwirken. Die Anlieger schilderten, wie sehr sie der Lärm belästige, meinten aber auch, dass es schade sei, dass die Polizei geholt werden müsse.

In kleinen Gruppen wurde diskutiert, wie denn Lösungen aussehen könnten. Die Jugendlichen regten eine bessere Ausstattung und eine Renovierung des Jugendhauses an, woran sie sich selbst aktiv beteiligen wollten. Ferner würden sie gerne weitere selbstverwaltete Öffnungszeiten im Jugendhaus begrüßen. Auch ein anderer Platz als Treffpunkt und zum Fußballspielen wurde gewünscht. Frau Rösch wies in diesem Zusammenhang auf den Festplatz hin, der mit neuen Toren ausgestattet wirde.

Der türkische Trainer bot an, sich zu erkundigen, ob im Vereinsheim der TG, das ganz nahe am Fußballplatz liegt, ein Raum zur Verfügung gestellt werden könnte. Im Verlauf des Gesprächs wurde klar, dass die größten Probleme nicht von den unter Achtzehnjährigen ausgehen, sondern dass die größten Krachmacher Ältere sind, die mit Autos kommen und bei denen auch Alkohol im Spiel ist.

Allen Teilnehmern war bewusst, dass dieses kein Wannweiler Problem allein ist und auch nicht neu ist im Zusammenleben von Erwachsenen und Jugendlichen. Es konnte zwar keine unmittelbare Lösung ermittelt werden, aber bemerkenswert war das Aufeinanderzugehen, die Bereitschaft zum sachlichen Gespräch und das Verständnis für die Belange der Betroffenen. (ert)