Abschiedsrede des bisherigen SPD-Fraktionsvorsitzenden

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, werte Mitglieder der Verwaltung,

liebe Ratskolleginnen und Kollegen, verehrte Gäste

ein großer Redner war ich noch nie und werde auch heute nicht mehr damit anfangen. Aber ein paar Worte zum Abschied seien erlaubt.

Angefangen hat alles auf dem Tennisplatz mit Renate Eysel - die meisten kennen sie noch. Sie war die "Übeltäterin", die mich damals im Jahre 2004 überredete auf der SPD-Liste für den GR zu kandidieren. 
So eine gewonnene Wahl erfüllt einen sicherlich in den ersten Wochen auch mit Stolz. Doch sehr rasch weicht dieses Gefühl und man besinnt sich auf die verantwortungsvolle Aufgabe, der man sich gestellt hat und beginnt zu arbeiten.

Dass dieses Amt des GR einem vielzählige neue und interessante  Einblicke in die Kommunalpolitik gewährt, liegt auf der Hand. Man hat häufig zu entscheiden über Machbarkeit, Zweckmäßigkeit und Finanzierbarkeit von Vorhaben und vielem mehr. Dabei spielen die großen bundespolitischen Unterschiede zwischen Rot, Schwarz oder Grün in der Entscheidungsfindung eine eher untergeordnete Rolle, schließlich geht es allen um dasselbe:
Nämlich das Wohl der Gemeinde Wannweil, ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Wenn jetzt meine Ausführungen spontan bei Ihnen auf Interesse gestoßen sind, keine Hemmungen, sie dürfen sich im Anschluss dieser Veranstaltung bei mir melden und ich trage sie in die Kandidatenliste für die kommende GR-Wahl ein.

Die Sitzungen des GR waren fast ausnahmslos geprägt durch eine sachliche, tolerante und freundliche Gesprächskultur. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es im Gremium zu einer hohen Zahl an einstimmigen Beschlüssen kommt.
Aber natürlich gab es auch Sitzungsabende, an denen man enttäuscht oder gar frustriert nach Hause kam, wenn bestimmte Abstimmungen nicht das persönlich gewünschte Ergebnis brachten.
Aber so funktioniert eben Demokratie und die muss respektiert werden.

Wir werden in Zukunft sicher noch vermehrt mit Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden zu tun bekommen (siehe Berichterstattung rings um Wannweil in der Regionalpresse).

Man spricht dann von Basisdemokratie.

Es muss einem aber auch klar sein, dass dann die Entscheidungsfindung schwieriger, langwieriger und nicht zuletzt auch kostspieliger wird. Außerdem fragt man sich dann manchmal schon, wozu man dann die Gemeindevertreter gewählt hat, die nicht irgendwelchen Partikularinteressen gehorchen, sondern dem Allgemeinwohl verpflichtet sind.

Ein spezielles Anliegen von mir ist und war immer die Verbesserung und der Ausbau des Radwegenetzes, im speziellen Fall die Verbindung von Wannweil nach Betzingen, entlang der Bahnlinie.
Aber dieses Beispiel zeigt, dass vom Zeitpunkt der Antragsstellung bis zur Realisierung nochmal viel Wasser die Echaz runter fließt, vor allem, wenn mehrere Behörden und übergeordnete Instanzen in das Genehmigungsverfahren eingebunden sind.
Aber auch wenn ich nicht mehr Mitglied des GR bin, werde ich die Sache genau im Auge behalten.

Von viele Leuten werde ich gefragt, warum hörst du denn jetzt schon auf.
Die Antwort, warum ich mich entschlossen habe, heute aus dem Rat auszuscheiden, ist denkbar einfach:
Ich glaube, daß ich, als ältester amtierender GR von Wannweil mit gutem Beispiel vorangehen sollte, um den Jüngeren Platz zu machen, die mit frischem Wind und neuen Ideen die Kommunalpolitik bereichern können.

Damit dies nicht erst bei der kommenden Kommunalwahl geschieht, sondern bereits ein Jahr vorher, hat beim SPD Ortsverein schon lange Tradition, schließlich ermöglicht es dem oder der Nachrückerin sich schon vorzeitig in die Materie einzuarbeiten.

Abschließend  möchte ich mich bei allen bedanken, die mich während meiner Zeit als SPD-Fraktionsvorsitzender begleitet haben, ganz besonders natürlich bei meinen Tischgenossinnen Sigrun Franz-Nadelstumpf und Martina Lietz, die viele, viele Stunden bei gemeinsamen Beratungsgesprächen mit mir verbracht haben.

Zu guter Letzt gilt mein besonderer Dank all jenen Wannweiler Bürgern, die mich mit ihrer Stimme zum GR gewählt haben und ich würde mich natürlich freuen, wenn meiner Nachfolgerin Frau Dr. Wolfers dasselbe Vertrauen entgegengebracht wird wie mir.

Vielen Dank.